Interaktive Stationen in der Ausstellung LINDA CHRISTANELL. Die Gaben der Göttin

© Christiana Perschon, Sie ist der andere Blick, 2018, Filmstill

© BC Kollektiv/Linda Christanell und Renate Bertlmann, Objektassoziationen, Filmstill

© Christiana Perschon, Sie ist der andere Blick, 2018, Filmstill

© BC Kollektiv/Linda Christanell und Renate Bertlmann, Objektassoziationen, Filmstill
Interaktive Stationen zur Ausstellung
LINDA CHRISTANELL. Die Gaben der Göttin
Im Rahmen der Ausstellung LINDA CHRISTANELL. Die Gaben der Göttin lädt das Kunstvermittlungsteam alle Besucher*innen dazu ein, an interaktiven Stationen selbst kreativ zu werden und ihre künstlerische Arbeiten auf eigene Weise zu entdecken.
Station 1: SIE IST DER ANDERE BLICK
Bis zuletzt arbeitet Linda Christanell immer wieder mit anderen Künstlerinnen zusammen. 2016 entsteht gemeinsam mit Christiana Perschon der Kurzfilm Double 8, in dem sich die beiden Filmemacherinnen mit ihren Handkameras gegenseitig aufnehmen.
Zwei Jahre später porträtiert Perschon Christanell im Film Sie ist der andere Blick. Darin wird sie neben Künstlerinnen wie Renate Bertlmann, Karin Mack und Margot Pilz als eine der prägenden österreichischen Künstlerinnen ihrer Generation vorgestellt.
Im Gespräch blickt Christanell auf ihren künstlerischen Weg zurück, auf das Arbeiten in einer von Männern dominierten Kunstwelt und auf ihren unbeirrbaren Willen, den eigenen Blick zu behaupten. Dieser eigenständige Blick verbindet ihr gesamtes Werk: von der Malerei über Objektkunst, Performance und Fotografie bis hin zum Film. Er verweilt bei den Dingen, hinterfragt ihre Bedeutungen und eröffnet bis heute neue Assoziations- und Wahrnehmungsräume.
Werde selbst kreativ!
Ausgehend von Christanells faszinierenden Alltagsobjekten laden wir euch ein, mit einem Projektor und einer Auswahl an skurrilen Gegenständen eigene Filmbilder zu gestalten.
Experimentiert mit Formen, Schatten und Perspektiven und entdeckt, wie sich vertraute Dinge verwandeln, wenn ihr sie aus einem anderen Blickwinkel betrachtet.
Euer Blick ist gefragt – gestaltet euer eigenes Bild!
Haltet eure entstandenen Filme gerne fest! Wenn ihr sie auf Social Media teilt, taggt uns gerne mit @kuenstlerhauswien. Oder schickt eure Filme direkt an kunstvermittlung@kuenstlerhaus.at.
Wir freuen uns auf eure Beiträge!
Station 2: OBJEKT ZUM GEBRAUCH
Aktiviere mich!
Das Objekt zum Gebrauch wurde von der Künstlerin Ingrid Gaier und der Kunstvermittlerin Julia Kornhäusl nach Linda Christanells Original reproduziert. So habt ihr die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden und Christanells Anweisungen zum Gebrauch des Objekts zu folgen.
Entdeckt das Objekt, probiert es aus und erlebt Christanells künstlerische Idee auf ganz eigene Weise!
Transkription des Originaltextes - Gebrauchsanweisungen
Objekt mit Schlaufen
Gebrauchsanweisung 1 für eine Frau. Nimm das Objekt aus der Schachtel. An der Seite des Objekts befinden sich zwei Schlaufen. Wenn du zarte Hände hast, kannst du mit den Händen durch die Schlaufen greifen, bis das Objekt an deinem Handgelenk hängt. Nun bist du gefesselt. Spüre es, denke daran. Bewege nun beide Hände mit dem Objekt soweit du kannst im Umkreis um deinen Körper. Wenn du nackt bist und die Hände streckst, bedeckt das Objekt deinen Venusberg. Lege dich auf den Rücken, die Beine gestreckt. Laß dich fotographieren. Lege das Photo zu den Gegenständen, die du aufbewahrst und betrachte es von Zeit zu Zeit. Bei Gelegenheit zeige es her.
Gebrauchsanweisung 2. Lege das Objekt auf die Innenfläche deiner Hände. Es bedeckt sie. Gehe langsam mit dem Objekt in einen Raum oder auf eine ebene Wiesenfläche und gehe einen Kreis. Betrachte dabei das Objekt unausgesetzt. Nun tritt aus dem Kreis und suche einen Ruhebezugspunkt für das Objekt. Nach einiger Zeit wiederhole den Vorgang.
Gebrauchsanweisung 3. Lege beide Hände geschlossen auf das Objekt, sodass die haarige Mitte verdeckt wird. Lege nun Zeige- und Mittelfinger beider Hände in die Mitte, jeder Finger in eines der vier Felder. Schließe die Hände wieder und verdecke die Mitte. Wiederhole diesen Vorgang. – Linda Christanell Wien 1973