Die Sonderausstellung HANS SIMA – EIN POLITISCHES LEBEN zeichnet das politische Wirken des Kärntner Landeshauptmanns Hans Sima (1918–2006) nach. Von 1965 bis 1974 stand er an der Spitze des Landes und setzte wichtige Impulse für Kärnten – auch als engagierter Förderer von Kunst, Kultur und Bildung.
Politik und Kultur im Dialog
Sima pflegte enge Verbindungen zur Kärntner Kunst- und Kulturszene. Besonders mit dem Maler Werner Berg verband ihn eine persönliche und kulturpolitische Nähe. Kunst und Kultur verstand Sima nicht als Nebensache, sondern als wesentlichen Bestandteil eines offenen und zukunftsorientierten Kärnten. Sein Engagement trug dazu bei, Künstler*innen und kulturelle Initiativen sichtbar zu machen und ihnen gesellschaftlichen Raum zu geben.
Auch in der Bildung setzte Sima nachhaltige Akzente. Zu seinen wichtigen Weichenstellungen zählt seine Unterstützung bei der Gründung der Universität Klagenfurt.
Ein Politiker im Spannungsfeld seiner Zeit
Die als Wanderausstellung konzipierte Schau rekonstruiert Simas Lebensweg anhand fotografischer Schlaglichter – vom jungen Abgeordneten über seine Jahre als Landeshauptmann bis zu seinem Rückzug aus der Politik. Die Bilder geben Einblicke in das frühere Handwerk der politischen Pressefotografie in Schwarzweiß. Selbstinszenierungen mittels Handyfotografie waren noch unbekannt. Die Ausstellung rückt einen Politiker in den Mittelpunkt, der sich als Brückenbauer zwischen Kulturen und Nationen verstand. Sima setzte auf den Dialog mit der slowenischen Volksgruppe und wollte Kärnten eine aktive Rolle im Alpen-Adria-Raum geben. Die Kooperation zwischen Österreich, Italien und dem damaligen Jugoslawien sollte neue Perspektiven eröffnen.
Kärnten im Herzen Europas
Diese Vision spiegelt sich auch in der Ausstellung selbst: Sämtliche Inhalte sind auf Deutsch, Englisch, Italienisch und Slowenisch zugänglich. Die Mehrsprachigkeit steht sinnbildlich für Simas Vorstellung von Kärnten als Schnittstelle und Partner in einer europäischen Region. Sima setzte sich entschieden für zweisprachige Ortstafeln ein, doch der Ortstafelkonflikt und seine unterschiedlichen Positionen zu Bruno Kreiskys Kurs bei der Umsetzung des Bundesgesetzes von 1972 markierten schließlich das Ende seiner politischen Karriere. Sein Rücktritt 1974 beendete seine aktive politische Laufbahn. Sein Einsatz für Kunst, Kultur, Bildung und den grenzüberschreitenden Dialog wirkt jedoch bis heute nach.
HANS SIMA – EIN POLITISCHES LEBEN ist eine Kooperation der Altlandeshauptmann Hans Sima Privatstiftung, des Zeitgeschichte-Vereins VICCA und des Museums der Stadt Villach. Die Ausstellung ist im Salon des Künstlerhauses zu sehen und ergänzt die laufende Ausstellung COMMON STORY – VEREINT KUNST ERLEBEN.
Projektteam
Mag.a Ulli Sima, Stadträtin für Stadtentwicklung, Mobilität und Wiener Stadtwerke, Vorsitzende der Altlandeshauptmann Hans Sima Privatstiftung und Enkeltochter von Hans Sima
Univ.-Prof. i. R. MMag. DDr. Oliver Rathkolb, Wissenschaftliche Projektleitung
Mag. Dr. Andreas Kuchler, Direktor Stadtmuseum Villach und Kurator
Mag.a Dr.in Petra Mayrhofer, Wissenschaftliche Ausarbeitung und Publikation




